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Neue Obergrenze für die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter

Die Große Koalition hat sich am 06.03.2017 darauf geeinigt, dass die Schwelle für die Sofortabschreibung bei sog. geringwertigen Wirtschaftsgütern von bislang 410 Euro auf 800 Euro angehoben wird.

Grundsätzlich müssen Wirtschaftsgüter über mehrere Jahre abgeschrieben und in einem Anlagenverzeichnis geführt werden. Geringwertige Wirtschaftsgüter können hingegen im Jahr ihrer Anschaffung sofort abgeschrieben werden, die sog. Sofortabschreibung. Mit Anhebung des Schwellenwerts von 410 Euro um fast das Doppelte auf 800 Euro werden viele Wirtschaftsgüter (z. B. Büro- und Schreibmaterialen) von der Möglichkeit der Sofortabschreibung und dem Wegfall der Aufzeichnungspflicht erfasst.

Diese Regelung soll zum 01.01.2018 in Kraft treten.



2. Bürokratieentlastungsgesetz
Mit dem zweiten Bürokratieentlastungsgesetz (BEG II) sollen vor allem sehr kleine Betriebe bis drei Mitarbeiter entlastet werden. Die wesentlichen Änderungen dazu sind wie folgt:

1. Anhebung der oberen Grenze zur vierteljährlichen Abgabe der Lohnsteuer-Anmeldungen
von 4.000 € auf 5.000 € (§ 41a Absatz 2 Satz 2 EStG), Inkrafttreten: 01.01.2017

2. Anhebung der Pauschalierungsgrenzen für Rechnungen über Kleinbeträge von 150 €
auf 250 € (§ 33 Satz 1 UStDV. Inkrafttreten: 01.01.2017.

3. Verkürzung der steuerlichen Aufbewahrungsfrist von Lieferscheinen: hier wird
die bisherige Aufbewahrungsfrist der empfangenen und abgesandten Handels- oder
Geschäftsbriefe (Lieferscheine) nach § 147 Abs. 3 Satz 1 AO von sechs Jahren
(sofern keine Buchungsbelege vorliegen) fallengelassen. Die Aufbewahrungsfrist
endet jeweils mit Erhalt oder Versand der Rechnung, soweit keine Buchungsbelege
betroffen sind (§ 147 Absatz 3 Satz 3 und 4 AO).

Anwendung: Die Regelung gilt für alle Lieferscheine, deren Aufbewahrungsfrist nach § 147
Abs. 3 AO in der bis zum 31.12.2016 geltenden Fassung noch nicht abgelaufen
ist, Art. 97 § 19a Satz 2 EGAO

4. Anhebung der Wertgrenze für die Aufzeichnungspflichten bei der
Sofortabschreibung von 150 € auf 250 €, § 6 Absatz 2 Satz 4 EStG.

Anwendung: Erstmals bei Wirtschaftsgütern, die nach dem 31.12.2017 angeschafft,
hergestellt oder in das Betriebsvermögen eingelegt werden, § 52 Absatz 12 Satz
3 EStG.

Anhebung der durchschnittlichen Tageslohngrenze in Anlehnung an den erhöhten
Mindestlohn in § 40a Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 EStG-E von 68 € auf 72 €.
Inkrafttreten: 01.01.2017

6. Fortschreibung der bundeseinheitlich abgestimmten Verwaltungsregelung des
Abschnitts 13c.a Absatz 27 UStAE zum Ausschluss der Haftung des Abtretungsempfängers
(Factors) nach § 13c UStG (Reaktion auf BFH, Urteil vom 16.12.2015 - XI R
28/13). Inkrafttreten: 01.01.2017




 

 
 


 


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